Wie gelingt der Einstieg ins Bio-Segment? Wie kann ich hier neue Geschäftsfelder erschließen?

Eine spannende und wichtige Frage, die bei unseren Beratungsgesprächen immer wieder aufkommt. Zunächst einmal: Beim Thema BIO oder ORGANIC steigt das Bewusstsein der Verbraucher seit Jahrzehnten und weltweit kontinuierlich. Im letzten Jahr → meldete Italien ein Rekordwachstum von 20 Prozent im Bio-Sektor.  In anderen Ländern, auch in → Deutschland, sieht der positive Trend ganz ähnlich aus. Es gibt also keinen Zweifel: Die Nachfrage nach ökologisch und nachhaltig produzierten Lebensmitteln steigt.

 

 

bioberatung

 

Was aber macht das Angebot bei Produzenten, Händlern oder Gastronomen nachhaltig? Für mich bedeutet Nachhaltigkeit Verantwortung – in ökologischer und ökonomischer Hinsicht –, aber auch soziale Empathie und kulturelle Authentizität. Die Rolle der Biobranche ist genau die: Die Bedürfnisse der Menschen zu erfassen und dann angemessen, mit einfachsten Mitteln doch höchstem Qualitätsanspruch umzusetzen. Mit etwas Greenwashing oder dem halbherzigen Bekenntnis zu Bio („im Grunde viel zu teuer, aber die Kunden wollen das jetzt so, deshalb nehmen wir es jetzt mit rein“) ist es nicht getan. Ein Restaurant, das Bio als Modetrend versteht, und neben dem günstigen, argentinischen Steak aus der Schlauchfolie „hausgemachte Bio-Nudeln“ (aus welchem Haus?) anbietet, während die vorproduzierte Sauce Hollandaise aus dem 10l Eimer kommt, wird auf Dauer nicht erfolgreich sein. Und auch ein Getränkehersteller, dessen Sortiment mehrheitlich mit Aromen, Farbstoffen und Zuckerzusätzen produziert wird, wird kaum neue Geschäftsfelder erschließen, nur weil er zusätzlich ein Fläschchen mit Öko-Label ins Programm aufnimmt.

Über die Kundenerwartungen an Bio-Produkten gibt es eindeutige Erkenntnisse und Studien ¹. Die Verbraucher erwarten, dass die Produkte

  • möglichst aus heimischer Produktion stammen (ca. 30%)
  • nicht aus Übersee kommen (ca. 50%)
  • und vielen ist sogar die regionale Herkunft wichtiger, als ein Bio-Label (ca. 33%).

Die Geschichte eines Produkts, die Produktionsmethoden und seine Herkunft werden somit immer relevanter. Doch heimische Bioware ist knapp, rund die Hälfte der Öko-Rostoffe wird importiert ². Bei Körnern, Erbsen, Soja und Ölfrüchten beträgt der Importanteil sogar zwischen 70 und 90 Prozent. Selbst Bio-Rohstoffe wie Getreide oder Milch, die in Deutschland hergestellt werden könnten, kommen im erheblichen Umfang aus dem Ausland. Die Folge: Die Importe drücken die inländischen Erzeugerpreise und mindern den Anreiz für Landwirte, auf Bio umzustellen. Es lohnt sich einfach nicht und obendrein fehlt den Bauern eine Absatzsicherheit.

Es gibt also eine zunehmende Kluft zwischen den Kundenerwartungen und der Rohstoffherkunft. Um das zu ändern, sind zuverlässige Handelsbeziehungen und verbindliche Kooperationen zwischen Landwirten, Produzenten, Händlern und Gastronomen erforderlich. Nur so wird die Existenz unserer Landwirte gesichert und nur so wird heimische Bioware in Wert gesetzt.

Referenzbeispiele gibt es weltweit. Stellvertreted genannt seien

Sie alle zeigen einen ganzheitlichen Ansatz ohne Kompromisse. Durch ihr Engagement für die Landwirte, Produzenten und für deren Produkte – tief verankert in der jeweiligen Kultur –, zeigen sie auf, wie wichtig die Nachhaltigkeit der kompletten Produktionskette ist.

Fazit

Wer authentisch neue Geschäftsfelder im Bio-Segment erschließen möchte, muss

  1. viel Leidenschaft und Überzeugung mitbringen
  2. verlässliche Geschäftsbeziehungen anbieten
  3. bereit sein, den Ökolandbau und eine verantwortungsvolle Lebensmittelproduktion zu unterstützen
  4. langfristige Produktionsplanung und Absatzsicherheit garantieren und
  5. eine glaubhafte, transparente Marketingstratgie aufbauen.

Gerne unterstützen wir Sie bei Ihren Planungen. Lassen Sie sich inspirieren:
www.foodandwineculture.com

 

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Quellennachweise:
¹  → Kundenerwartungen
²  → Bio-Importe

 

 

By | 2017-03-08T14:47:42+00:00 17. Januar 2017|Gastronomie, Handel, Lebensmittel|0 Comments

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